KGS – Gutes Sehen wird hochgeschätzt aber oft vernachlässigt

Drei Viertel aller Deutschen würden eher auf zehn Lebensjahre verzichten anstatt auf ihr Augenlicht, so das Ergebnis einer Umfrage. Trotzdem tun Jung und Alt wenig dafür, ihren Sehsinn zu erhalten.

Kinderaugen: Die ersten Jahre sind für Kinderaugen von entscheidender Bedeutung: „Die Nervenverbindungen für das Sehen entwickeln sich bis zum 7. Lebensjahr. Passiert das nicht, werden sie folglich auch später nicht zustande kommen. Kinder mit unentdeckten Sehschwächen lernen aus diesem Grund nie richtig sehen“, so PD Dr. Wolfgang Wesemann, ehemaliger Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik (HFAK) in Köln. Deshalb sollten die Kleinen spätestens bis zum dritten Lebensjahr einmal dem Augenarzt vorgestellt werden, bei bekannten Augenproblemen in der Familie bereits zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat.

Ab 40 regelmäßig zum Augenarzt: Gerade die gefährlichen Augenkrankheiten der späteren Lebensjahre bleiben lange Zeit beschwerdefrei. Glaukom, diabetische Retinopathie und Altersbedingte Makuladegeneration (ADM) sind in Deutschland mit die häufigsten Gründe für den Bezug von Blindengeld. Je früher diese „Volkskrankheiten“ erkannt werden, desto besser sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Deshalb sollten die Augen ab Vierzig alle zwei Jahre, später in kürzeren Intervallen, augenärztlich untersucht werden.

Senioren droht bei nachlassender Sehkraft Vereinsamung: Schlechtes Sehen im Alter bedeutet Verlust an Lebensqualität. Betroffene verlieren ihre Selbstständigkeit, ihr Aktionsradius schrumpft, sie ziehen sich zurück und landen oft in sozialer Isolation. Eine US-Studie zeigt, dass Senioren mit Sehstörungen erhöhte Depressionssymptome oder sogar Suizidgedanken aufweisen. Das muss nicht sein. Mittlerweile gibt es die Möglichkeit, selbst kleinste Reste an Sehvermögen zu verstärken. Klarheit bringen hier ein jährlicher Sehtest und die Beratung beim spezialisierten Augenoptiker oder Optometristen.

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