ZVA-Branchenbericht: Inhabergeführte Augenoptikbetriebe trotzen Corona-Krise

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat den Branchenbericht 2020/21 veröffentlicht; er steht ab sofort auf der ZVA-Website zum Download bereit.

Minus 27 Prozent im März, minus 61 Prozent im April, minus 19 Prozent im Mai – die monatlichen Rückgänge bei den verkauften Brillen boten den deutschen Augenoptikern im Frühjahr des vergangenen Jahres zunächst wenig Anlass zur Hoffnung. Doch die Kunden holten zumindest einen Teil ihrer versäumten Käufe in der zweiten Jahreshälfte nach: So lagen die absoluten Absatzahlen für Korrektionsbrillen in den Monaten Juli bis Oktober sogar über den Werten der Vergleichsmonate aus dem Vorkrisenjahr 2019.

Letztlich verzeichnete die Branche 2020 über alle Vertriebskanäle hinweg am Ende ein Umsatzminus von 7,4 Prozent, wobei sich die Verhältnisse dabei etwas verschoben: Während in den vergangenen Jahren die Umsätze der zehn größten Augenoptikunternehmen regelmäßig stärker wuchsen als die der restlichen Markteilnehmer, hatten während der Pandemie gerade die kleinen und mittelgroßen Betriebe vielfach einen Vorteil und mit durchschnittlich etwa minus drei Prozent den wesentlich geringeren Umsatzdämpfer zu verkraften.

Seit Januar 2021 jedoch scheint sich die Situation tendenziell wieder zu verschlechtern, wie eine Umfrage des ZVA offenbart. So gab im Februar 2021 gut ein Drittel der Betriebe an, die Öffnungszeiten wieder verkürzt zu haben. Im Monat Oktober 2020 hatten diesen Schritt lediglich elf Prozent der Betriebe ergriffen. Auch die Frage, ob sie seit Anfang 2021 Kurzarbeit angemeldet hätten bzw. planten, dies in Kürze zu tun, bejahten im Februar 40 Prozent der Umfrageteilnehmer.

„Wir müssen diese Situation sehr ernst nehmen“, so ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod. „Das Hin und Her bei Lockerungen und Lockdowns hat die Verbraucher irritiert zurückgelassen – und die Innenstädte leer. Wir brauchen hier seitens der Politik dringend tragfähige Konzepte, sonst wird der ökonomische Flurschaden die Nahversorgung, wie wir sie kennen und brauchen, nachhaltig beschädigen.“

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