Alzheimer im Frühstadium an den Augen erkennen

Die schwere Gehirnerkrankung Alzheimer befällt nur selten Menschen unter 60 Jahren und ist (noch) nicht heilbar. In vielen Fällen wird sie erst erkannt, wenn die Betroffenen oder ihr Umfeld selbst den Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit bemerken. Nun könnte eine neue Methode der Frühdiagnose bahnbrechend sein.

So haben Wissenschaftler der Washington University School of Medicine mittels einer Studie mit 30 Teilnehmern im Mittsziebziger-Alter herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und einer Veränderung der Augen gibt. Sie konnten bei den Patienten mit einem erhöhten Amyloid- oder Tau-Spiegel, das sind alzheimertypische Eiweißablagerungen im Gehirn, eine deutliche Verdünnung der Netzhaut feststellen, berichtete Prof. Dr. med. Rajendra S. Apte, einer der Forschungsleiter. Solche Netzhautuntersuchungen seien in jeder Augenarztpraxis möglich und erforderten kein spezielles Equipment.
Auch eine verschlechterte Durchblutung der Augen zeigt ebenfalls Hinweise auf die Demenzerkrankung. „Wir alle haben einen kleinen Teil in der Mitte der Netzhaut, an der keine Adern verlaufen“, so Apte. Bei den Probanden mit Alzheimer im Frühstadium sei der Bereich, in dem es an Blutgefäßen fehlte, besonders ausgeprägt gewesen. Die Forscher erklärten, die Augenveränderungen seien bereits sichtbar, bevor es bei den Betroffenen zu kognitiven Beeinträchtigungen gekommen ist. Es könnte durch Früherkennung und einsetzende Medikation verhindert werden, dass die typischen Alzheimersymptome wie Vergesslichkeit und Desorientierung überhaupt erst einsetzen.

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