KGS: Spezial-Linsen können das Fortschreiten von Myopie bei Kindern verlangsamen

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Jedes zehnte Kind in Deutschland sieht schlecht, jedes fünfte trägt eine Brille. Wissenschaftler bringen neben der Vererbung vor allem zwei Dinge ins Spiel: zu wenig natürliches Tageslicht und zu viel Nahsehen auf Smartphone, Tablet & Co. Sie gehen davon aus, dass die Myopie mit der Digitalisierung weiter ansteigen wird; Bis zum Jahr 2050 könnte jeder Zweite davon betroffen sein.

Auch wenn Kurzsichtigkeit keine Krankheit ist, birgt sie bei ausgeprägten Formen Risiken. „Bei hohen Kurzsichtigkeiten besteht die Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen wie zum Beispiel Netzhautablösung oder Glaukom“, berichtet Dr. Stefan Bandlitz, Dozent an der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln.

Kontaktlinsen für Kinder sind eine noch wenig bekannte, praktische Alternative zur Brille, auch bei geringer Fehlsichtigkeit. Sie schränken weder die Bewegungsfreiheit noch das Blickfeld ein. Sogenannte Orthokeratologie-Linsen können das Fortschreiten der Myopie sogar verlangsamen. Sie werden nur nachts getragen, tagsüber sehen die Kleinen dann ohne Linsen oder Brille scharf. Das Prinzip dieser formstabilen, hoch sauerstoffdurchlässigen Linsen: Sie flachen die Hornhaut um wenige hundertstel Millimeter ab, korrigieren dabei die Sehschwäche für einen Tag und verzögern gleichzeitig das für die Myopie verantwortliche Längenwachstum des Augapfels. Daneben gibt es extra für Kinder entwickelte Multi- oder Mehrstärken-Kontaktlinsen, die am Tag getragen werden und ebenfalls das Augenlängenwachstum verzögern sollen. Der Zeitraum, korrigierend einzugreifen, ist in der Regel auf das 16. Lebensjahr begrenzt. Bis dahin steigt die Myopie am schnellsten und häufigsten an.

Dr. Bandlitz: „Schon 5-Jährige handhaben die Sehhilfen oft kinderleicht. Schlüssel zum Erfolg ist die Betreuung durch Kontaktlinsenspezialisten. Sie passen die Linsen an, erklären Umgang, Hygiene und sorgen für eine konsequente Nachkontrolle.“

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